Erstattungsfähigkeit der Sachverständigenkosten – Abtretung etwaiger Rechte des Geschädigten an den Schädiger

Das Amtsgericht Hannover kommt in seinem Urteil vom 18.09.2012 – 543 C 7187/12 – zu dem Ergebnis, dass der Geschädigte Anspruch auf Erstattung der gesamten Kosten des Gutachtens des Sachverständigen hat. Die Kosten des Sachverständigengutachtens waren für eine zweckentsprechende Rechtsverfolgung des Klägers erforderlich. Das gilt unabhängig davon, ob das Gutachten brauchbar ist oder die Kosten überhöht sind. Der Kläger als Geschädigter ist so zu stellen, wie er ohne den Verkehrsunfall gestanden hätte. In diesem Fall hätte er kein Sachverständigengutachten eingeholt und hätte dies auch nicht gezahlt. Deswegen steht dem Geschädigten gegenüber der Beklagten als Haftpflichtversicherer des Schädigers ein Anspruch auf Erstattung der Sachverständigenkosten in voller Höhe zu. Die Beklagte hat die Möglichkeit, sich vom Geschädigten, sollte dieser zu viel gezahlt haben, seine Rechte aus §§ 315 Abs. 3, 812 BGB gemäß § 255 BGB abtreten zu lassen, so dass sie nicht schutzlos ist. Das Amtsgericht Hannover vertritt diese Rechtsauffassung in ständiger Rechtsprechung mindestens seit dem Jahr 2005.

Quelle: Verkehrsanwälte.de